Gemeinden Damnatz, Langendorf und Quickborn

Kirche trotzdem jeden Tag

Die Kirchen sind abgeschlossen, die Gemeindehäuser sind zu. Ich mag das nicht, aber es muss so sein. Ich will für Sie und für euch da sein. Ich will mit Ihnen und mir dir zusammen sein. Trotzdem. Vielleicht geht das ja so übers Internet. Wir probieren das jetzt aus.

Hier finden Sie den Ablauf für ein Abendgebet, das wir alle zusammen feiern können. Davor läuten jetzt  jeden Abend von 19.15 bis 19.20 Uhr die Glocken. Als Anregung dafür erscheint auf dieser Seite etwas weiter unten jeden Abend ein “kleines Licht”, ein kurzer Gedanke, eine Anregung. Ein Vorschlag: Stellen Sie eine Kerze um 19.30 Uhr auf ein Fensterbrett in Richtung Straße. Jeden Tag gibt es auf dieser Seite irgendwas Neues. Ein Licht für jeden Tag, bis die Epidemie vorbei ist oder bis mir absolut nichts mehr einfällt. Lichter von den Vortagen dicht darunter auf dieser Seite. Sonntags finden Sie einen anderen Gebetsablauf und eine kurze Predigt auf dieser Seite, damit Sie zu Hause Gottesdienst feiern können. Oder Sie schauen sich den Gottesdienst an, den die Landeskirche online gestellt hat. Für all das läuten als Startsignal um 10 Uhr die Glocken in allen drei Kirchen.

Und vielleicht schicken Sie mir ja LeserInnen-Mails, aus denen ich zitieren darf. Aktuelle Informationen, was in der Kirche noch geht – auch digital oder in den Medien – und was gerade nicht geht, finden Sie hier auch.

Lest die Texte, klickt euch durch die Links. Viel Spaß und viel Mut. Lasst von euch hören und bleibt gesund oder werdet wieder gesund.

Und wenn Sie oder ihr ein Gespräch oder Hilfe braucht, dann ruft mich bitte jederzeit an (05865-244). Wenn ich gerade nicht da oder in einem anderen Gespräch bin, höre ich den Anrufbeantworter ab und melde mich zurück.

Neu: Viele Menschen haben zur Zeit frei und Langeweile. Den Keller ausrümpeln, geht nicht mehr. In Rekordzeit waren alle Container in Woltersdorf überfüllt. Die Deponie hat auf Notbetrieb umgestellt. Eine sinnvolle Beschäftigung und eine Rettung gegen Langeweile finden Sie hier. Jetzt hätten Sie die Zeit. Oder auch für die Angebote der Landeskirche, Kirche von zu Hause aus zu machen und zu erleben.

Neu: Wie gefällt euch das neue Angebot auf dieser Seite? Taugen die Andachten etwas? Stellt ihr Kerzen in die Fenster und betet ihr mit? Oder liest das gar keiner? Antworten gerne an joergprahler@gmx.de.

Ein kleines Licht am 29. März 2020

Briefe von Leserinnen und Lesern, Anregungen und Reaktionen

Heute Abend verzichte ich mal auf eine neue Geschichte oder auf Gedanken zu einem Bibeltext. Dafür habe ich ja heute Morgen schon eine kleine Predigt hochgeladen.

Heute Abend möchte ich als kleines Dankeschön eure Reaktionen auf die Online-Aktivitäten unserer Kirchengemeinde veröffentlichen. Bitte schreibt mir mehr davon und schreibt auch, was ihr euch wünscht oder was euch noch fehlt.

Ich habe die Mails ab und zu etwas gekürzt. Meistens waren das private Anfragen oder Sachen, die sich inzwischen erledigt haben oder weiter sonst nur wenige interessieren. Auf manche Fragen drucke ich in Klammern […] eine Antwort, wenn die Antwort interessieren kann.

Weil die Wünsche da auseinander gingen, habe ich einfach alle Namen weggelassen oder unkenntlich gemacht.

Viel Spaß beim Lesen und schreibt mir bitte fleißig weiter an joergprahler@gmx.de.

Und jetzt zu den E-Mails, die mich erreicht haben:

Guten Morgen! Kerzen, „Orgel“, Gitarre… Mein Sohn und ich hatten unseren ganz eigenen kleinen Gottesdienst… (mit deiner Predigt, aber ergänzt mit Laudato si u.a.😉) Ich wünsche dir einen gesegneten Sonntag!

Foto privat: So wurde heute zu Hause (siehe oben) Gottesdienst gefeiert.

Hallöchen, ich schaue jeden Tag abends auf diese Homepage. Find ich voll gut! Schönen Abend. Liebe Grüße.

Hallo Jörg, ein sehr gute Idee, ich habe eure Seite auf unserer Website verlinkt. Gruß.

Lieber Herr Prahler, vielen Dank für die freundlichen Grüße und guten Wünsche, die wir herzlich erwidern. Es geht uns gut, wir hadern nicht und denken positiv, freuen uns am Jetzt und Leben, machen uns und anderen Mut, und fühlen gemeinsam mit vielen Mitmenschen sich im Gottvertrauen behütet. In der nächsten Zeit sind wir aus verständlichen Gründen nicht in Quickborn, bleiben in Hamburg. Wir sind dennoch mit Gedanken bei der Gemeinde und den Menschen nachbarlich und freundschaftlich verbunden. Wir pflegen einen regen Austausch meist telefonisch mit den Nachbarn. Ihre Aktion unterstützen wir somit gern. Ihre Aktion führt die Menschen noch näher – aber mit körperlichem Abstand – solidarisch zu einander; auch hier in der Großstadt ist das deutlich zu beobachten. Unseren täglichen Spaziergang zu zweit mit Hund führt uns oft an die Elbe, auch hier in Blankenese. Beim Blick auf den Strom, das fließende Wasser, erkennen wir die natürliche, lebendige Verbindung zu unseren beiden Heimatorten. In Verbundenheit grüßen wir Sie und Ihre Familie herzlich. P.S. Bleiben Sie alle gesund!

Mit dem obigen Beitrag kam dieses Foto von der Elbe bei Hamburg. Foto: privat.

Hallo Jörg. Ich finde deine Idee mit den Texten und mit dem Glockenleuten richtig gut. Außerdem habe ich noch eine Idee. Ich fände es schön, wenn man deine Stimme hören könnte. Also vielleicht so als einfache Aufnahme oder als Podcast oder so, wo du die Texte dann vorliest. Diese Aufnahme kann man dann ja auch online stellen. Auf diese Aktion könnte vielleicht auch in der EJZ, in einem kleinem Artikel, hingewiesen werden. Die Zeitung würde sich in dieser Zeit sicher auch über einen Artikel freuen. Und somit würden auch ältere, die vielleicht nicht bei Facebook und Co vertreten sind, darüber erfahren. Liebe Grüße.

[In der EJZ ist inzwischen ein großer Artikel erschienen, in dem das ganze Angebot der Kirchen in Lüchow-Dannenberg beschrieben wurde. Auf der Homepage evangelisch-im-wendland findet man auch alle Neuigkeiten und auch kleine Filme oder Audiobeiträge. Immer montags veröffentliche ich eine alte Radioandacht als Text, aber auch als Audio. Darüber hinaus will ich mich auf das Schreiben von Texten konzentrieren und hoffe, dass andere sich ein Mikro oder eine Kamera schnappen. Videos von Andachten zu Hause würde ich gerne online stellen, wenn mir die jemand schickt.]

Guten Morgen Jörg, das Angebot ist einfach klasse. Ich habe es an an eine andere Person weitergeleitet. Sie ist jedoch nicht die einzige, die allein lebt. Hast du eine Info-Seite parat, die ausgedruckt an unsere Gemeindebretter gehängt werden kann? Hab einen guten Wochenstart. Viele Grüße. [Das sollte eigentlich schon geschehen sein. Wenigstens in den Schaukästen. Am Wurstwagen in Quickborn liegen Handzettel.]

Guten Morgen Herr Prahler, Ende des letzten Jahres begann ich, wieder das ein oder andere Mal öfter den Gottesdienst in der Kirche zu besuchen. Groß war die Vorfreude auf den Gottesdienst in der Kirche, als die Tage jetzt wieder heller und wärmer wurden. Ich freute mich auf meinen Ort der Stille und auf die Musik der Orgel und das gemeinsame Singen in der Kirche. Und dann kam Corona. Erst durfte ich nicht mehr zur Arbeit fahren und dann hatte ich auch noch beide Kinder zu Hause und muss jetzt Homeoffice und die Kinder unter einen Hut bekommen. Und auch jetzt gerade, wo ich diese Worte hier schreibe, sitzt mein kleiner Sohn auf meinem Schoß und erzählt mir von den LKWs die draußen vorbei fahren. Gestern Morgen, also am Sonntag, läuteten, wie jeden Sonntag, um 08:00 Uhr morgens die Glocken der Kirche. Ich saß gerade im Wohnzimmer am Esstisch und trank meinen ersten Kaffee und die Glocken ließen mich daran denken, dass auch die Kirche jetzt geschlossen ist und keine Gottesdienste mehr stattfinden dürfen. Und damit kam für mich die Frage: „Wie macht das jetzt eigentlich Herr Prahler?“ Also ging ich auf die Internetseite, auf der auch immer der Gemeindebrief veröffentlicht wird und fand dort die Anleitung für das Abendgebet und die Predigt für den gestrigen Gottesdienst. Und damit habe ich jetzt immer dann Kirche, wenn ich sie brauche. Ich kann auf die Internetseite gehen und den Predigttext lesen und ich kann die Anregungen für das Abendgebet lesen. Zu den Zeiten, zu denen das Abendgebet stattfinden soll, bringe ich in der Regel die Kinder ins Bett. Aber ich kann eine Kerze denken um 19:30 Uhr. Ich trage sie dann in mir. Und ich kann die Texte lesen und beten, zu den Zeiten, die mir dafür passen. Dafür möchte ich Ihnen danken. Und ich möchte hiermit mitteilen, dass die Arbeit auf der Internetseite nicht umsonst ist. Eine kleine Anregung hätte ich dennoch: Meine große Aufgabe besteht im Moment darin, den Alltag für meine Kinder zu strukturieren. Vielleicht können Sie mir mit einem Gebet weiterhelfen, was ich mit meinem Sohn und meiner Tochter zu Hause sprechen kann. Am Vormittag. Und dort versuche ich dann möglichst eine ähnliche Uhrzeit mit den beiden einzuhalten. Und ich werde mit ihnen eine Kerze anzünden. Das würde ich mir wünschen. Vielen Dank und viele Grüße.

[Das Buch mit Kindergebeten, das ich jahrelang den Taufeltern empfohlen habe, gibt es inzwischen nur noch antiquarisch: https://diebuchsuche.de/buch-9783811217591.html. Allgemein schlage ich für das Beten mit Kindern vor: Suchen Sie sich möglichst eine feste Zeit und einen festen Ort in Ihrem Tagesablauf. Sie können das ganz einfach machen oder auch ein bisschen ausgestalten. Überlegen Sie sich ein festes Ritual, z.B. eine Kerze, die angezündet wird oder ein Glöckchen (Glockenklang vom Handy), das geläutet wird oder einen Gong oder eine Klangschale. Dann könnten Sie zuerst ein freies Gebetgespräch mit den Kindern führen: „Was fällt euch denn ein, wofür ihr Gott Danke sagen wollt? … Was hat euch Angst gemacht und wobei soll er euch trösten? … Worum möchtet ihr Gott bitten?” Sagen Sie ruhig zu allen Dingen auch was. Und dann kann ein vorformuliertes und immer gleiches Gebet den Schluss machen. Hier mein Vorschlag: „Du, unser Gott und Vater, wir bitten dich für alle Menschen auf der Welt, dass sie einander lieb haben und einander glücklich machen: für alle Kinder, dass ihnen nichts Böses zustoße und dass sie fröhlich heranwachsen; für alle Menschen, dass sie helfen, eine heile Welt aufzubauen, so wie du, unser Gott, es willst; für alle Kranken, dass du ihnen beistehst. Amen.“]

Hallo Jörg, über den WhatsApp Status einer Bekannten aus unserer Kirchengemeinde bin ich auf dein neues Angebot in dieser verrückten Zeit – Kirche digital – gestoßen. Ich finde die Idee super. Es hat ein paar Tage gedauert bis wir davon mitbekommen haben, aber das Angebot wird jetzt auch von uns fleißig geteilt. Wir hoffe auf eine gute Resonanz. Toll und Danke. Viele Grüße.

Lieber Jörg! Danke für Deine “Erweiterung” des Gemeindebriefs. Du nimmst da sehr viel auf Dich. Danke! Hab gute Geanken für den Gemeindebrief im e-Format. Herzliche Grüße.

Lieber Jörg, ich habe heute zum ersten Mal bewusst ,um 19:20 Uhr die Glocken läuten hören. Das fand ich sehr einstimmend. Wir haben das Fenster offen gelassen, dann das Abendgebet gefeiert und das Licht ins Fenster gestellt. Uns tröstet das! Auch der Gedanke dass das gerade einige/viele andere machen! So fühlt es sich nicht so “allein zu Haus” an. Ausserdem hilft es uns, im neuen Tagesrhythmus eine feste Konstante zu haben. Die Geschichten sind gut zu lesen und regen mich persönlich immer zum nachdenken, drüber sprechen und auch zum “weiterleiten” an. Weiter so! Viele Grüsse.

Hallo Jörg, ich finde das eine gute Idee und habe Deine Mail mal bei uns in der Feuerwehr weitergeleitet. Gruß.

Hallo Jörg, habe ich weitergeleitet. LG und bleibt gesund.

Hallo Jörg. Die Homepage mit den Andachten, einem Gebet und Kerzen in den Fenstern ist eine gute Idee. Liebe Grüße.

Lieber Jörg! Guten Morgen. Einfach schön, diese Geschichte von Gelassenheit und Hoffnung. Danke!

[Es war die Geschichte von dem alten Chinesen und seinem Pferd.]

Guten Morgen, Jörg, deine Idee mit dem Läuten finde ich sehr gut. Auch deine Andachten und Gedanken vom 18./19. hab ich gelesen und mich dabei gut getragen gefühlt. Den Link habe ich kräftig weiterverbreitet an einige aus der Gemeinde (zum Beispiel an die Tochter von XY, mit der Bitte, es ihr vorzulesen) und aus anderen Gemeinden im Landkreis und auch außerhalb des Lankreises an Freunde in Lüneburg, Hamburg, Schleswig-Holstein. Ich bin sehr dankbar für deine Angebote für/an die Menschen und wünsche gleichzeitig dass du nicht “überrollt” wirst. Aktuell wird es vermutlich noch gehen, aber mit Sorge blicke auf die Zeit in einigen Wochen, wenn es weitergehend so ist wie aktuell oder vermutlich schlimmer. Eine aufregende und beängstigende Zeit liegt vor uns. Mögest du und deine Familie behütet sein. Auf bald.

Lieber Jörg …ich finde es sehr schön die Andacht mit Kerze am Abend … Ich stelle auch jeden Abend eine Kerze ins Fenster … trotzdem fehlt mir der Sonntagsgottesdienst sehr …ich würde mich über eine kleine Andacht zur Gottesdienstzeit auch sehr freun … vielleicht gibt ja eine Möglichkeit für beides… Liebe Grüße.

[Wie gesagt, auf der Homepage des Kirchenkreises gibt es auch Videos mit Andachten und Kurzgottesdiensten „von hier aus Lüchow-Dannenberg“. Auf der Seite der Kirchengemeinde gibt es Links zu sehr gut produzierten Gottesdiensten aus der Landeskirche.]

Moin Jörg, deine Texte auf der Homepage finde ich super. Ich finde, das sollte nicht nur unter DaLaQui zu finden sein. Kann das nicht irgendwie auf die Kirchenkreis-Homepage ganz oben? Und dann ist jeder/jede von uns mal dran. Tschüß, Adieu, Gott befohlen.

[Inzwischen erscheinen die Andachten auf der Startseite des Kirchenkreises und auf der Seite der Kirchengemeinde.]

Ich schaue auf die Homepage und finde sie …ich freue mich das du sie machst ! Liebe Grüße.

Hallo Jörg, das ist ja toll, was du gemacht hast, ein kleines Licht für jeden Tag! Vielleicht passt ja das Interview mit Gott als kleines Licht auch dazu. Viele Grüße.

Lieber Jörg,ich finde deine Idee gut! Und habe es schon in sämtlichen Verteilern gepostet. Möge es seinen Lauf nehmen… Macht es vielleicht Sinn, das Abendgebet und die Erklärung dazu auszudrucken und in ausgewählte Briefkästen zu stecken? Ich denke da zum Beispiel an Familie XY… Oder ist das nicht so gut, da eventuell über das Papier was übertragen werden kann? Herzliche Grüße.

[Die Gemeinde kann nicht regelmäßig Informationen, Andachten oder ähnliches an alle Haushalte weitergeben. Dann wären die Austrägerinnen und Austräger bald überlastet. Es ist auch aufwändig zu organisieren. Am besten geschieht das selbstorganisiert in der Nachbarschaft. Die Übertragungsmöglichkeit des Virus über Papier ist wohl weitgehend zu vernachlässigen. Zeitungen und Post werden ja auch an alle Haushalte verteilt. Natürlich sollte man sich vor dem Briefeschreiben und Eintüten die Hände waschen oder desinfizieren. Wer krank ist, sollte wahrscheinlich auch keine Briefe an andere schreiben. Und vielleicht ist es schlau, den Brief am Abend einzuwerfen, damit er erst am nächsten Mittag wieder in die Hand genommen wird.]

 

So, dass waren die Mails und Rückmeldungen, die mich bislang erreicht haben. Die beiden kleinen Lichter über C.G. Jung und über die Liedstrophe „Trotz dem alten Drachen…“ gehen auf eure Anregungen zurück. Ein paar Ideen harren noch der Umsetzung. Auch eure organisatorischen Tipps wurden zum großen Teil schon beherzigt. Vielen Dank für eure Unterstützung und für alle weiteren Rückmeldungen an mich.

Das zwölfte kleine Licht.

Bleiben Sie gesund. Werden Sie gesund.

Ihr Pastor Jörg Prahler

PS: Die Blu-ray von den „Blues Brothers“ liegt immer noch zum Ausleihen und Weitergeben auf meinem Briefkasten. Hat denn gar keiner hier meinen Humor?

 

Kleine Predigt für den Sonntag Judika, den fünften Sonntag der Passionszeit

Vor den Toren der Stadt

Die Kirche steht heute meist mitten im Dorf. Wenigstens hat sie in einem Dorf oder einer Stadt in der Regel einen besonders guten und vornehmen Platz. Andersrum ist es mit den Orten, wo man früher die Verbrecher hingerichtet hat. Die lagen außerhalb der Stadtmauern und ein ganzes Stückchen weg von den schönen Häusern der vornehmen und anständigen Bürger. Von denen, die sich eher um die Kirche drängten.

Auf manchen Stadtplänen kann man das auch Jahrhunderte später noch gut erkennen. Zum Beispiel in Hitzacker.

Die Kirche hat eine ausgesprochen vornehme Adresse. Sie liegt sogar auf der Insel, dem historischen Kern der Stadt rechts oben. Ganz anders sieht es beim Galgenberg aus da unten. Dieser Bereich liegt ein ganzes Stück weg von der Altstadt und ist erst viel später bebaut worden. Erst als die Galgen schon längst Geschichte waren.

Ähnlich war es auch in Jerusalem, wo der Tempelberg das spirituelle Zentrum der Stadt ist. Der Berg Golgatha, wo Jesus gekreuzigt wurde, lag außerhalb der Stadt.

Darauf wird im heutigen Predigttext angespielt. Im Hebräerbrief, im 13. Kapitel heißt es: „Darum hat auch Jesus, damit er das Volk heilige durch sein eigenes Blut, gelitten draußen vor dem Tor. So lasst uns nun zu ihm hinausgehen vor das Lager und seine Schmach tragen. Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir“.

Die Christen, an die sich der Hebräerbrief richtet, sollen sich gar nicht so sehr in dem guten Leben in der Stadt einrichten. Sich nicht dort niederlassen, wo man Rang und Namen hat. Sich nicht so tief verstricken in den Filz, die Abhängigkeiten, in Strukturen, wo eine Hand die andere wäscht. Sondern die Christen sollen sich an Jesus halten. Der für seine Überzeugungen mit Schimpf und Schande vor der Stadt gestorben ist. Der ein Opfer gebracht hat für die Menschen, statt es sich einfach gutgehen zu lassen.

Der Verfasser des Hebräerbriefs verlangt von den Christen, dass sie sich nicht einwickeln lassen sollen. Lieber um der guten Sache willen anecken. Sich auch mal schmähen und beschimpfen lassen, wenn es darum geht, Jesus nachzueifern. Die verdiente Anerkennung für diese Haltung wird es in dieser Welt wohl gar nicht geben. Aber in einer zukünftigen bei Gott.

Aber nun stehen unsere Kirchen heute nicht auf den Galgenbergen. Sie stehen in den Herzen der Städte, an der ersten Adresse im Dorf.

Offenbar haben die Christen im Laufe der Jahrhunderte die Anweisung des Hebräerbriefes bei Seite gewischt. Sie haben die Verhältnisse sogar umgekehrt. Sie bauten ihre Kirchen später genau da hin, wo Jesus früher nicht anerkannt gewesen ist. Und die Kirche bewegte sich weg den Vierteln, wo die einfachen Leute lebten. Einfache Leute, wie es die Jünger und Jesus selber damals mal gewesen sind.

Und im Mittelalter wurden Kirchen dann zu Palästen und die Bischöfe und Päpste herrschten mit Pracht und Herrlichkeit und waren kaum von weltlichen Fürsten oder Königen zu unterscheiden. In der Kaiserzeit im 19. und 20. Jahrhundert gab es ein Bündnis von Thron und Altar. Das heißt, die Kirche und der Kaiser stützten sich gegenseitig, damit sich an der Verteilung der Macht im Lande ja nichts änderte. Und sogar in den Dorfgemeinden auf dem Land kann man noch Geschichten hören, dass die Pastoren früher in der schlechten Zeit als erstes und am liebsten die großen Bauern besuchten. Weil sie dafür mit ein paar Eiern oder mit einer Mettwurst belohnt wurden.

Auch diese Zeiten sind lange her. In den 60ger, 70ger Jahren des letzten Jahrhunderts wurden Kirchen ganz bewusst auch in die Vororte gebaut. Sozialstationen und Gemeindehäuser entstanden in den ärmeren Vierteln. Die Diakonie und viele kirchliche Initiativen richten sich besonders an Menschen, die Hilfe brauchen. Wenn sich die Kirche in die Politik einmischt, dann meist zugunsten derer, die sonst kaum eine Stimme haben. Und Pastorinnen und Pastoren verdienen inzwischen gut und können sich ihre Mettwürste sehr gut selber kaufen. Ich entscheide meine Besuche danach, wo ich gebraucht werde. Nicht nach Ansehen oder Portemonnaie der Person.

Aber trotzdem: Ein Pastor oder eine Pastorin hat studiert und wir verdienen wirklich gut. Damit gehören wir alle automatisch zur gehobenen Mittelklasse. Vor allem brauchen wir Pastoren uns auch in unsicheren Zeiten keine Sorgen um unser Einkommen zu machen. Anders als bei vielen anderen jetzt kommt unser Gehalt jeden Monat zuverlässig aufs Konto.

Deshalb müssen ich wie meine Kolleginnen und Kollegen gerade in diesen kritischen Wochen vorsichtig sein. Müssen viele der eher Gutgestellten, die in der Kirche Verantwortung tragen, vorsichtig sein: Bekommen wir die wirklichen Sorgen und Nöte der Menschen eigentlich mit? Von denen, die es gerade schwer haben? Haben wir eine Ahnung, was gerade konkret getan werden muss? Sind wir eigentlich dicht dran an den Problemen der Menschen oder segeln wir doch eher darüber weg?

Ich will mir Mühe geben, genau hinzusehen. Ich hoffe aber auch auf Sie, dass sie mir sagen, was los ist. Denn der Ort, wo wir von der Kirche hingehören, ist nicht der beste Ort am Platz. Es ist der Ort, wo wir gebraucht werden.

Amen.

Und der Geist Gottes, der höher ist als alle Vernunft bewahre eure Herzen in Christus Jesus. Amen.

Euer Pastor Jörg Prahler.

Sonntags und an Feiertagen finden Sie einen anderen Gebetsablauf und eine kurze Predigt auf dieser Seite und auf den Seiten der Kirchengemeinden Damnatz, Langendorf und Quickborn. Sie können mit Hilfe dieses Ablauf allein oder mit der Familie einen Gottesdienst feiern. Für all das läuten als Startsignal von 10 bis 10.15 Uhr die Glocken in allen drei Kirchen.

Mein Opa hat aber gar kein Internet“? Aber du! Es ist ausdrücklich erlaubt, diese Beiträge auszudrucken, zu verschicken, zu teilen, zu verlinken oder sie anderen am Telefon vorzulesen. Gebt sie gerne an alle weiter, die sich darüber freuen und vor allem an die, die sonst keine Zugang dazu hätten.

Rückmeldungen, Fragen oder Anregungen gerne an joergprahler@gmx.de.

 

Kleine Lichter der letzten Tage:

18.3.2020 Psalm 23 im Handschubfach

19.3.2020 Was für ein Tal? Was für ein Stecken?

20.3.2020 Die Geschichte vom alten Mann, seinem Sohn und seinem Pferd

21.3.2020 Siehst du das denn genauso?

22.3.2020 Kleine Predigt: Wie in Mutters Schoß!

22.3.2020 Trotz dem alten Drachen…

23.3.2020 Alena bricht auf

24.3.2020 Was ist die Größte?

25.3.2020 Alles ist wichtig!

26.3.2020 Die Chance in der Krise

27.3.2020 Ein Hoffnungsschimmer von Lesbos

28.3.2020 Everybody Needs Somebody to Love

29.3.2020 Kleine Predigt: Vor den Toren der Stadt

29.3.2020 LeserInnenbriefe und Reaktionen

Pastor Jörg Prahler

joergprahler@gmx.de oder joerg.prahler@evlka.de
Fon: 05865 – 244
Fax: 05865 – 988801

Hauptstraße 13    29476 Gusborn-Quickborn

 

Pfarramtssekretärin Marlies Beckmann

kg.quickborn@evlka.de
Fon: 05865 – 244
Fax: 05865 – 988801

Das Pfarrbüro ist dienstags von 15.00 bis 18.00 besetzt.

Pfarrbüro: Hauptstraße 13    29476 Gusborn-Quickborn

Kirche in der Zeit des Corona-Virus

Bis auf weiteres, mindestens aber bis zum 19. April fallen alle Gottesdienste, Trauungen, Taufen, Gruppen und Veranstaltungen aus. Kirchen, Kapellen und Gemeinderäume bleiben zur Zeit geschlossen. Trauerfeiern finden im engsten Familienkreis und außerhalb der Kapelle statt. Die Konfirmationen, der Abendmahlsgottesdienst und der Vorstellungsgottesdienst wird auf unbestimmte Zeit verschoben.

Pastor Jörg Prahler ist weiter für Sie da – am besten über Telefon und Mail und wenn es unbedingt nötig ist, komme ich auch bei Ihnen vorbei.

Der aktuelle Gemeindebrief

Gemeindebrief DaLaQui März bis Mai 2020

 

 Taufe in der Elbe:

Am 13. September 2020 wollen wir am Damnatzer Hafen einen Gottesdienst mit Taufen in der Elbe feiern. Größere Kinder, Jugendliche oder Erwachsene werden dabei ganz ins Wasser getaucht. Kleinere Kinder bleiben auf dem Arm und die Eltern oder PatInnen gehen etwa bis ans Knie in den Fluss. Bei ihnen wir wird nur das Wasser aus dem Fluss geschöpft. Wenn das Wetter schlecht ist oder der Wasserstand es nicht anders zulässt, gehen wird für den Gottesdienst und die Taufe in die Kirche.

InteressentInnen können sich bei Pastor Jörg Prahler melden:              joergprahler@gmx.de oder joerg.prahler@evlka.de
Fon: 05865 – 244
Fax: 05865 – 9888

Ihr / euer Pastor Jörg Prahler.

Rückblick, aber hörenswert:

Die beiden siegreichen Beiträge beim ersten Preach- und Poetry-Slam in Damnatz 2017

Zehn PredigerInnen und PoetInnen traten am 15. September in der Damnatzer Kirche zum Wettstreit an. Am Ende lag das Team der PredigerInnen  mit 215 zu 173 Punkten vor dem der PoetInnen. Den ersten Platz bei der Einzelwertung teilten sich jedoch schwesterlich die Poetin Vivian Rossau aus der Region West (links) und die Predigerin Susanne Ackermann aus der Region Mitte (rechts).

Die größten Gewinner waren jedoch wohl die BesucherInnen, die die kleine Damnatzer Kirche bis zum letzten Platz ausgefüllt haben: Die Stimmung war super, den meisten hat es offensichtlich richtig gut gefallen. Dafür sorgten auch der Moderator und Poetry-Slammer Bo Wimmer sowie David Thürey mit seiner Ein-Mann-Rock-Band.

Mal sehen, ob die Slammerinnen und Slammer in der Zukunft noch mal aufeinander treffen werden. In Damnatz oder anderswo. Schön wär’s.

Hier kann man sich die Gewinnerbeiträge anhören.

Von Vivian Rossau:

Von Susanne Ackermann:

Ein ausführlicher Bericht aus Damnatz von Regine Henry

Rückblick aufs Kirchenjubiläum:                          Ein Bethaus für alle Völker

Lasen Bibeltexte: Tamara Schulz (v.l.), Theda Harms und Tanita Schulz mit Pastor Jörg Prahler und Landesbischof Ralf Meister (r.). Foto: Daniela Muchow, EJZ

Kirche in Damnatz feiert 400jähriges Jubiläum

Froh sei er, dass der Landesbischof Ralf Meister am Sonntag in die kleine Kirche gekommen ist, sagt Pastor Prahler. In seiner Predigt schlug der Bischof den Bogen von der Freizügigkeit, die für Handwerker und Reisende im Europa des 17. Jahrhunderts geherrscht hat über die vielen Ereignisse, deren Zeuge das Kirchlein gewesen ist: 30jähriger Krieg, zwei Weltkriege, die Teilung Deutschlands. Nun wieder in der Mitte der Bundesrepublik verortet, feiert sie ihr Jubiläum in einer lebendigen Gemeinde, die auch das Programm mit  großer Freude mitgestaltete: Gerhard Basedow erstellte die 140 Seiten umfassende Festschrift, in der auch Zeitzeugen zu Wort kommen.
Tamara Schulz gestaltete mit den Konfirmandinnen Theda und Tanita die Lesungen, deren Bibelzitate den Altarbildern der Kirche entnommen war und das Fürbittengebet.

„Ich will ein Bethaus sein für alle Völker“, steht auf einer Inschrift am Eingang der Kirche. Ein sehr aktueller Wunsch, findet Pastor Jörg Prahler in Zeiten von Überfremdungsangst und Abschottungssehnsüchten.

Die Kirchenmusik mit Svetlana Bresitzki an der Orgel, Johannes Ammon mit der Violine und Elisabeth Freymüller am Cembalo, aber auch dem Posaunenchor unter der Leitung von Eberhard Simon und der Flötengruppe unter der Leitung von Baldrun Deckert war stimmungsvoll und brachte die Freude und Dankbarkeit der Gemeinde zum Ausdruck: „Wir leben in einer gesegneten Zeit“ hatte Gerhard Basedow in einem Interview gesagt und dabei an Kriege und Nöte erinnert, die ein Feiern von großen Jubiläen zuvor unmöglich gemacht hatten. 1817 die Folgen der französischen Besatzung, 1917 der Erste Weltkrieg. Und nun das 400jährige Jubiläum in Friedenszeiten. „Großer Gott, wir loben Dich“ war dann auch eines der gesungenen Lieder.

Verfasste die Festschrift: Gerhard Basedow mit Zeitzeugin Gertrud Badenhop. Foto: Daniela Muchow, EJZ

Bereits am Freitag, dem eigentlichen Jubiläumstag, wurde eine Ausstellung eröffnet, die auf historischen Bildern den Wandel der Kirche im Laufe der Zeiten darstellt. Dazu wurden von Boyung Rieken, der seit Jahren seinen Urlaub an der Elbe verbringt gemeinsam mit Joachim Dahmen aus Damnatz Informationstafeln enthüllt, die die wichtigsten Daten zur Kirche zusammenfassen.

Das Jubiläumsjahr in Damnatz hat mit Sternstunden, Ausstellungseröffnung und Festgottesdienst einen schönen und stimmungsvollen Anfang gefunden.

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 Bitte besuchen Sie auch folgende Seiten:

Das Langendorfer Mandolinenorchester

Kirche Damnatz-Elbtalaue mit Kirchenchronik

Ältere Gemeindebriefe:      

Gemeindebrief DaLaQui Dezember 2019 bis Februar 2020

Gemeindebrief DaLaQui September bis November 2019

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Gemeindebrief DaLaQui Mai bis Juli 2019

Gemeindebrief DaLQui März bis Mai 2019

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Gemeindebrief DaLaQui Dezember 2018 bis Februar 2019

Gemeindebrief DaLaQui Februar bis April 2018

Gemeindebrief DaLaQui November 2017 bis Februar 2018

Gemeindebrief DaLaQui September bis November 2017

Gemeindebrief DaLaQui Juni bis September 2017

Gemeindebrief DaLaQui Mai bis Juli 2017

Gemeindebrief DaLaQui März bis Mai 2017

 Gemeindebrief DaLaQui November 2016 bis Februar 2017

Gemeindebrief DaLaQui September bis November 2016

Gemeindebrief DaLaQui Juni bis September 2016

Gemeindebrief DaLaQui April bis Juni 2016

Gemeindebrief DaLaQui November 2015 bis Februar 2016

Gemeindebrief DaLaQui Oktober bis November 2015

Gemeindebrief DaLaQui Juni bis September 2015

Gemeindebrief DaLaQui April bis Juni 2015

Gemeindebrief DaLaQui September bis November 2014

Gemeindebrief DaLaQui Juli bis September 2014

Gemeindebrief DaLaQui Mai bis Juli 2014

Gemeindebrief DaLaQui März bis Mai 2014

Gemeindebrief DaLaQui Dezember 2013 bis März 2014

Gemeindebrief DaLaQui September bis November 2013

Gemeindebrief DaLaQui Juni bis September 2013

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Gemeindebrief DaLaQui Februar bis April 2013 

Gemeindebrief DaLaQui Dezember 2012 bis Februar 2013

Gemeindebrief DaLaQui September bis November 2012

Gemeindebrief DaLaQui Juli bis September 2012