Landtagspräsidentin Andretta besucht Lüchower St.-Johannis-Kita

Im Rahmen ihrer dreitägigen Sommerreise durch Niedersachsen hat die Präsidentin des niedersächsischen Landtages, Frau Dr. Gabriele Andretta, am Donnerstag die St.-Johannis-Kita in Lüchow besucht, um das Engagement von Pastorin Anna Küster und der Kita-MitarbeiterInnen für die wöchentlichen Video-Andachten während des Corona-Lockdowns zu würdigen.

Gruppenfoto in der Lüchower Kita mit der niedersächsichen Landtagspräsidentin

v.l.n.r.: Petra Jäkel, Kathrin Studemund, Ingrid Holst, Anna Küster, Daniela ten Wolde, Frederik Holst, Gabriele Andretta, Stephan Wichert-von Holten, Maureen Wiele

In dem eineinhalbstündigen Gespräch erkundigte sich die Präsidentin ausführlich nach den Ursprüngen und der Umsetzung der Andachten und wie diese in Zukunft fortgeführt werden könnten. Die Anfrage von Eltern, die wissen wollten, wie sie ihren Kindern im Lockdown denn nun Karfreitag und Ostern erklären sollten, war das dafür ausschlaggebende Moment, erzählte Anna Küster, die die Video-Andachten zusammen mit Kommunikationsunterstützer Frederik Holst von Palmsonntag an bis zum Beginn der Schließzeit Ende Juli jede Woche mit der musikalischen Begleitung von Petra Jäkel und Ingrid Holst aufgenommen hat.  Kathrin Studemund und Daniela ten Wolde ergänzten, dass es für die Kinder besonders wichtig gewesen sei, auf diese Weise in Kontakt mit der Kita zu bleiben und statt der gewohnten monatlichen Andachten vor Ort nun wöchentlich Pastorin Küster zu sehen. Grußworte und thematisch passende Bastelideen, die von den Mitarbeiterinnen am Ende der Videos vorgestellt wurden, sorgten ebenfalls für das Erinnern der Kinder, die dadurch auch nach den langen Monaten die Verbindung nicht verloren haben, weiß Ingrid Holst zu berichten.

Dass es aber für alle Beteiligten aber dennoch keine einfache Zeit gewesen sei unterstrichen Maureen Wiele, Kathrin Studemund, Daniela ten Wolde und Ingrid Holst auf unterschiedliche Weise: Für die Kita-Mitarbeiterinnen sei sowohl die Zeit während des Lockdowns als auch jetzt im “eingeschränkten Regelbetrieb” eine starke Belastung gewesen – auch, weil man den Kindern und Eltern immer wieder keine festen Zusagen machen konnte, wann es denn wieder “normal” werden bzw. wieder für alle Kinder losgehen werde. Gleichzeitig sei es schwer zu vermitteln, weshalb LehrerInnen als systemrelevant gelten würden und ihre Kinder daher auch während des Lockdowns in die Kita bringen durften, aber ErzieherInnen in Kitas nicht diesen Status genossen hätten und für ihre eigenen Kinder keine Betreuung in Anspruch nehmen durften. Propst Stephan Wichert-von Holten mahnte an, dass kreative Lösungen mitunter von der Verwaltung eingeschränkt wurden und dass man für zukünftige Situationen mehr darauf achten müsse, dass die möglicherweise unvermeidbaren Widersprüche nicht so weit nach unten durchgereicht werden, dass am Ende die Menschen den Kopf hinhalten müssen, die dafür sorgen, dass die Betreuungsangebote überhaupt möglich gemacht werden.

Aus Sicht der Eltern sei es sowohl den Kindern als auch den ArbeitgeberInnen schwer zu vermitteln gewesen sei, in welcher Form es wann denn nun wieder eine auch nur ansatzweise geregelte Betreuung geben würde, so Ingrid Holst, denn zum einen hätte es von offizieller Seite immer wieder Stichtage gegeben, an denen Lockerungen umgesetzt werden sollten, bei denen sich dann erst später vor Ort herausgestellt hätte, dass diese wegen weiterhin geltender Anforderungen vor Ort gar nicht so greifen konnten. Gleichzeitig sei es für die Kinder schwer zu verstehen gewesen, warum der kleine Bruder zur Tagesmutter dürfe, die Älteren aber nicht in die Kita. Vor den Kindern und der Arbeitsstelle daher immer wieder zurückrudern zu müssen, sei eine ziemliche Belastung gewesen.

Frau Dr. Andretta zog aus dem Gespräch das Fazit, dass sie mitnehme, dass die Politik “mehr Mut” haben müsse, Unsicherheiten in einer so völlig neuen Situation auch zu benennen und fügte hinzu, dass die Pandemie eine noch nie dagewesene Situation sei, für die es kein Patentrezept gegeben habe. Gerade vor diesem Hintergrund sei es besonders bemerkenswert, wie hier in Lüchow und anderswo mit viel Kraft und Einsatz trotzdem versucht wurde, das Beste aus der Situation zu machen, und dabei noch Raum für regelmäßige, kreative Projekte wie die Video-Andachten zu schaffen: “Meine Wertschätzung, die haben Sie”, machte die Präsidentin zum Ende des Gesprächs noch einmal deutlich.

Auf den Seiten der Landtagspräsidentin findet sich ebenfalls ein Beitrag zu dem Besuch; die EJZ und der Generalanzeiger haben ebenfalls berichtet.

Dieser Beitrag wurde unter Corona, Informationen veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.