Was gar nicht geht (35. Kalenderwoche)

Gedanken zur Woche

Cedric ist ein aufgeweckter Junge. Fröhlich und freundlich. Er lebt in den USA. Allerdings: Geld ist knapp. Seine Mutter ist Witwe. Sein Vater ist gestorben.
Eine Tages bekommen Cedric und seine Mutter Besuch. Es ist ein Bote seines Großvaters. Der lebt in England und ist ein vornehmer, ziemlich eingebildeter Earl. Den meisten Menschen begegnet er mit Verachtung. Die USA findet er ganz unmöglich. Weil Cedrics Vater eine Amerikanerin geheiratet hatte, hat der Earl seinen Sohn enterbt und verstoßen. Doch jetzt ist der Earl allein. Er ist Witwer. Außer Cedric hat er keine Enkel.
Der Earl lädt Cedric zu sich ein. Er will ihn auf seine Aufgaben als zukünftiger Earl vorbereiten. Die Mutter darf mitkommen. Allerdings soll sie in einem Nebengebäude wohnen.
Die Mutter lässt sich auf dieses Angebot ein. Doch sie stellt eine Bedingung: Dass der Earl sie als Amerikanerin ablehnt, das darf er seinem Enkel gegenüber nicht zeigen.
Schon nach kurzer Zeit kann Cedric die Angestellten seines Großvaters für sich gewinnen. Und bald erobert er auch das Herz seines Großvaters. Der beginnt, seinen Enkel zu lieben. Und verändert sich gleichzeitig. Zum ersten Mal kümmert er sich um seine Pächter. Und er nimmt neu Kontakt zu Verwandten auf.
Eine ähnliche Geschichte erzählt Jesus. Da ist einer, der sich für supertoll hält, der froh ist, nicht so zu sein wie andere, wie Leute, die nicht wissen, was gut und richtig ist, wie Leute, die auf Kosten anderer Leben. Auf die schaut er mit Verachtung herab. Und mit seinem vermeintlichen Bessersein prahlt er vor Gott. Und dann ist da ein anderer. Der weiß, dass er vieles falsch macht. Der weiß, dass er nicht perfekt ist. Und doch vertraut er auf Gott.
Beide Geschichten machen deutlich: Auf andere herabschauen, andere verachten, das geht gar nicht. Das tut nicht gut. Weder denen, auf die herabgeschaut wird. Noch mir, wenn ich anderen mit Verachtung begegne.

Pastor Klaus-Markus Kühnel
St. Johannis Dannenberg
35. Woche

 

Dieser Beitrag wurde unter Corona, St.-Johannis-Kirche Dannenberg, Texte abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.