Ein kleines Licht am 18. Mai

Haltet den Dieb!

Immer wieder montags irgendwas von früher. Leider habe ich von dieser Radioandacht die Aufnahme nicht mehr. Aber gerade diese Reihe gefällt mir trotzdem sehr gut. Dann müsst Ihr eben montags auch noch lesen. Gibt schlimmeres. Diese Radionandacht wurde in der Reihe „Zwischen Himmel und Erde“ am 1. Juni 2016 auf Radion NDR1 Niedersachsen gesendet:

Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.

Im Mai hatte Herr Wölke Jenny beim Klauen erwischt. Zwei Flaschen vom besten Whiskey. Herrn Wölke gehört der kleine Supermarkt, wo man noch alles kaufen kann. Er hatte sofort die Polizei gerufen. Jenny hatte geheult, als wäre sie sechs und nicht sechzehn. Und Herr Wölke hatte mit finsterer Miene dagestanden. Diebe, die einen kleinen Kaufmann bestehlen, die sind für ihn das Letzte!

Drei Wochen später erfuhr er von einer Kundin, dass Jenny ihre Lehrstelle in der Jeans-Diele verloren hatte. Der Ausbildungsvertrag war zwar schon unterzeichnet gewesen, aber unter den Umständen wollte der Besitzer sie nicht mehr haben. „Was soll ich mit einer Diebin in meinem Geschäft?“, hat der gebrüllt.

Inzwischen weiß jeder im Viertel, dass Jenny bei Herrn Wölke zwei Schnapsflaschen geklaut hat. Dabei hat sie noch gar nicht vor Gericht gestanden, geschweige denn ist sie verurteilt worden.

Herr Wölke überlegt, ob er seine Anzeige wieder zurückziehen soll. Aber was lernt sie dann daraus, wenn sie ungeschoren davon kommt?

Aus dem Mädchen wird sowieso nichts Vernünftiges mehr“, sagen sie in Wölkes Laden. „War doch klar, dass die auf die schiefe Bahn gerät!“ „Aber das Mädchen ist doch erst 16!“, denkt sich Herr Wölke.

Am 22. Juli klingelt es bei Jennys Eltern an der Wohnungstür. Im Treppenhaus steht Herr Wölke: „Hat eure Jenny denn jetzt schon eine Lehrstelle gefunden?“ Die Mutter schüttelt stumm den Kopf. „Sag ihr: Wenn sie will, kann sie am 1.8. bei mir anfangen.“

Und da gucken sie nicht schlecht in Wölkes Laden, als Jenny am ersten August in weißem Kittel im Supermarkt die Waren in die Regale packt. Herr Wölke, der grinst sehr zufrieden.

Manchmal, wenn besonders viele Kunden da sind, dann macht er sich den Spaß und schreit quer durch den ganzen Laden: „He Jenny, sei so gut, und staube vorne mal die Schnapsflaschen ab. Aber den Whiskey, den lässt du stehen.“ Und Jenny ruft genau so laut zurück: „Diesmal ja, Chef!“

Die Anzeige hat er nicht zurückgezogen, denn einen Herrn Wölke beklaut man nicht.

Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“

Das zweiundsechzigste kleine Licht.

Bleiben Sie gesund oder werden Sie gesund.

Ihr Pastor Jörg Prahler

Das “kleine Licht” erscheint jeden Abend auf der Startseite von Evangelisch-im-Wendland.de und auf der Homepage der Kirchengemeinden Damnatz, Langendorf und Quickborn. Sie können diese Andacht, diesen Impuls oder Gedanken gut in ein Abendgebet einbauen. In Damnatz, Langendorf und Quickborn läuten dazu jeden Abend, außer am Wochenende von 19.15 bis 19.20 Uhr die Glocken. Für das Abendgebet können Sie eine Kerze anzünden. Die Kerze können Sie danach um 19.30 Uhr auf ein Fensterbrett in Richtung Straße stellen. Das ist ein Zeichen der Hoffnung, dass sich zur Zeit ganz viele Menschen in Lüchow-Dannenberg gegenseitig geben.

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1 Antwort zu Ein kleines Licht am 18. Mai

  1. Jörg Prahler sagt:

    Selbst schon mal Böses mit Gutem überwunden? Denn lass mal hören…

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