16. Mai 2020 – Nimm dir frei

Gedanken zum Tag

Kann man sich frei nehmen, wenn doch immer noch alle immer in den vier Wänden aufeinanderhocken? Ja, man kann. Und tun, was einem Spaß macht. Das Badezimmer blockieren und stundenlang in der Wanne liegen. Ein Lieblingsbuch lesen und für niemanden zu sprechen sein. Den ganzen Tag mit Kopfhörern rumlaufen … was eben Spaß macht, nur mir. Und hinterher kann man die anderen wieder besser liebhaben.
Ein Kinderbuch: Jesus nimmt frei. Jesus tat erstaunliche Dinge. Tag für Tag arbeitete er hart, um die Welt schöner zu machen. Bis er eines Morgens aufwachte und völlig erschöpft war vom Gutes tun. An diesem Tag klappte nichts mehr so gut. Am nächsten Tag ging Jesus zum Doktor. Der untersuchte ihn und sagte: Nimm dir einen Tag frei und tu etwas, was dir Spaß macht. Es war ein herrlicher Tag, nicht ein Wölkchen am Himmel. Jesus ging spazieren. Kaum unterwegs fing er an, Rad zu schlagen, quer durch die Wüste. Dann jonglierte er mit seinem Heiligenschein und machte ein Picknick unter einer Palme mit 5 Broten und zwei Fischen. Dann nahm er ein erfrischendes Bad. Und zum Schluß machte er einen langen Ausritt auf seinem Esel. Schon so lange hatte er das vor! Es war ein wundervoller Tag. Aber gegen Abend wurde Jesus plötzlich traurig und dachte: Eigentlich war es ein verlorener Tag, denn ich habe niemandem geholfen. Ja, er hatte so ein schlechtes Gewissen, dass er seinem Vater alles erzählte. Als Jesus ihm von seinem freien Tag erzählte, sagte sein Vater: Schau mal kurz auf die Erde hinunter, mein Sohn! Überall, wo du Rad geschlagen hast, sind in der Wüste Wasserquellen entsprungen. Wo du jongliert hast und gepicknickt, da tragen die Bäume die herrlichsten Früchte. Während du im Meer geschwommen bist, hatten die Fischer großes Glück und alle, die du auf deinem Esel getroffen hast, wurden plötzlich froh. Du siehst: Nur wenn du selber froh bist, kannst du andere froh machen. Am Abend schließ Jesus tief und fest. Am nächsten Morgen war er froh, dass er einen Tag Urlaub gemacht hatte. Er hatte nämlich das komische Gefühl, dass noch eine Menge Arbeit auf ihn wartete …

Pastorin Susanne Ackermann
St. Johannis Dannenberg
Samstag 16. Mai 2020

Dieser Beitrag wurde unter Corona, St.-Johannis-Kirche Dannenberg, Texte abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.