Ein kleines Licht am 30. März

Liesbeth Präger wird aufmüpfig

Montag ist wieder der Tag für alle Lesefaule oder besser ein fauler Tag für mich😉:

Statt eines Textes zum Lesen gibt es eine alte Radioandacht zum Anhören. Diese Andacht lief am 4. Oktober 2012 auf NDR1 Niedersachsen in der Reihe „Himmel und Erde“. Hier könnt ihr sie euch noch einmal anhören:

Und hier kann, wer will, die Andacht auch noch einmal lesen:

Sieh, ich habe dir geboten, dass du getrost und unverzagt seist. Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht, denn der Herr, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tun wirst.“

Liesbeth Präger ist zeit ihres Lebens eine eher zurückhaltende und ängstliche Frau gewesen. Wenn es Probleme gab, dann hat sie nachgegeben. Das war ihre Art, so war sie erzogen worden. Wenn es Ärger gab, dann hatte ihr Mann sich darum gekümmert. Doch der war jetzt schon ein ganzes Jahr tot. Wer sollte nun für Liesbeth Rechte eintreten, wenn sie es selbst schon nicht gut konnte?

Diesen Donnerstag war Altennachmittag in der Gemeinde. Schon vor der Andacht durfte jeder sagen, was er auf dem Herzen hatte. Und Liesbeth fing gleich an zu heulen. Die Wohnungsgesellschaft hatte ihr geschrieben. In drei Monaten sollte sie 120 Euro mehr Miete zahlen. Das würde sie mit ihrer Rente niemals hinbekommen. Sie müsste umziehen oder ins Heim oder vielleicht wäre es am besten, wenn der liebe Gott sie vorher noch zu sich holen würde.

Mooooment“, sagte Herr Krüger, einer von drei Männern an der Kaffeetafel, „so schnell schießen die Preußen aber nicht! Was sagt denn der Mieterschutzbund? Sind denn die Vergleichswohnungen wirklich vergleichbar? Und stimmt überhaupt alles mit dem Schreiben von der Wohnungsgesellschaft?“ Das wusste Liesbeth Präger alles nicht.

Den gleichen Brief wie du haben wahrscheinlich alle Mieter in euren Blocks bekommen. Setzt euch doch zusammen! Vielleicht kennt einer einen Anwalt. Bloß nicht zu früh klein beigeben. Und ja nicht sofort unterschreiben.“ „Was, nicht?“

Und dann trugen alle ihre Erfahrungen mit solchen Mieterhöhungen zusammen. „Du kannst ruhig mal ein bisschen aufmüpfig sein und brauchst nicht alles sofort hinnehmen“, sagte Herr Krüger, „und wenn Du es möchtest, dann gehe ich gemeinsam mit Dir zur Mieterversammlung.“

Am Ende beteten alle und zwar auch dafür, dass der liebe Gott Liesbeth Präger stärken und mit Mut versorgen und alles zu einem guten Ende bringen sollte.

Und genau so kam es dann auch: Bei einer Vergleichswohnung, da stimmte die Hausnummer nicht. Außerdem hatten alle diese Wohnungen neue Badezimmer. Liesbeth Präger legte Widerspruch ein. Wieder und wieder. Sie berichtete regelmäßig beim Altennachmittag und am Ende schien es, als hätte die Wohnungsgesellschaft Frau Präger vergessen oder als hätte sie einfach aufgegeben.

Ein bisschen Glück ist manchmal auch dabei“, sagte Herr Krüger. Und wo er Recht hat, da hat er Recht.

Sieh, ich habe dir geboten, dass du getrost und unverzagt seist. Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht, denn der Herr, dein Gott, ist mit dir in allem was, du tun wirst.“

Das dreizehnte kleine Licht.

Bleiben Sie gesund. Werden Sie gesund.

Ihr Pastor Jörg Prahler

PS: Die Blu-ray von den „Blues Brothers“

🕶 🕶 ist heute Nachmittag auf Reisen gegangen. Ich bin mal gespannt, was dabei rauskommt.

Das “kleine Licht” erscheint jeden Abend auf der Startseite von Evangelisch-im-Wendland.de und auf der Homepage der Kirchengemeinden Damnatz, Langendorf und Quickborn. Sie können diese Andacht, diesen Impuls oder Gedanken gut in ein Abendgebet einbauen. In Damnatz, Langendorf und Quickborn läuten dazu jeden Abend von 19.15 bis 19.20 Uhr die Glocken. Für das Abendgebet können Sie eine Kerze anzünden. Die Kerze können Sie danach um 19.30 Uhr auf ein Fensterbrett in Richtung Straße stellen. Das ist ein Zeichen der Hoffnung, dass sich zur Zeit ganz viele Menschen in Lüchow-Dannenberg gegenseitig geben.

Meine Oma hat aber gar kein Internet”? Aber du! Es ist ausdrücklich erlaubt, diese Beiträge auszudrucken, zu verschicken, zu teilen oder zu verlinken. Gebt sie gerne an alle weiter, die sich darüber freuen und vor allem an die, die sonst keine Zugang dazu hätten.

Rückmeldungen, Fragen oder Anregungen gerne an joergprahler@gmx.de.

Dieser Beitrag wurde unter Corona, DaLaQui, Damnatz, Langendorf, Ohne Kategorie, Quickborn, Texte veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.