Ein kleines Licht am 21. März

Siehst du das denn genauso?

Früher war ich jeden Samstagabend in der Disco. Inzwischen habe ich stark nachgelassen. Aber ohnehin wären heute alle Clubs geschlossen und alle Partys abgesagt. Als Ausgleich schreibe ich jetzt samstags Andachten über Songs, die ich richtig gut finde. Lieder, die mir was bedeuten.

Hier ist der erste Song: Siehst Du das genauso?

(Ihr müsst gegebenenfalls die Werbung auf youtube überspringen und danach wieder auf diese Seite zurückkommen.)

Siehst Du das genauso?“ – dieses Stück war auf meiner ersten CD von de Münchener Band ‚Sportfreunde Stiller‘. Ein Zufallskauf. Ein Freund hatte mir gesagt: „Die Sportfreunde werden dir gefallen“. Recht hat er gehabt. Inzwischen habe ich alle CDs dieser Band bei mir zu Hause. Aber dieses eine Lied hat es mir besonders angetan. Obwohl es nicht mal das bekannteste Lied dieser Band ist.

Ganz besonders mag ich den Text von diesem Lied: „Ging es nach mir, sollten wir viel mehr aufeinander schauen. Wofür es sich alles zu geben lohnt ist ein großer Traum.“

Die Sportfreunde Stiller haben einen Traum. Und es ist ein eigenartiger Traum in einer Zeit, wo doch die meisten nur an sich und ihre eigene kleine Welt denken. Sie träumen davon, dass die Menschen wieder mehr aufeinander achten. Füreinander da sind. Rücksicht nehmen. Freundlich zueinander sein. Für mich ist das Nächstenliebe.

In der zweiten Strophe singen sie: „Ging es nach mir, sollten wir wieder öfter in den Himmel schauen, denn manchmal fehlt es uns schon sehr an Gelassenheit, an Vertrauen.“

Gelassenheit und Vertrauen sind eigentlich ja eher komische Wünsche für eine Indier-Rock-Band. Aber ich kann mir das gut anhören. Viele Sänger aus der Rock-Ecke wie aus dem Hip-Hop besingen das schnelle Leben: Geld, Sex, Drogen, Frauen – Vergnügungen jeder Art. Immer schneller und immer mehr.

Ich glaube, ein gutes, glückliches und zufriedenes Leben muss anders sein. Gelassenheit und Vertrauen gehören dazu. Das gefällt mir.

Ein paar Worte fallen mir besonders auf: „Ging es nach mir, sollten wir wieder öfter in den Himmel schauen…“ Warum denn eigentlich? Wie hilft mir ein Blick in den Himmel, um gelassen zu sein oder Vertrauen zu fassen? Eigentlich nur, wenn ich im Himmel einen erwarte, der mir dabei hilft. Für mich singen die Sportfreunde Stiller an dieser Stelle von Gott. Ohne ihn beim Namen zu nennen. Aber in einem Song, der sich in Deutschland sehr gut verkauft hat. Der rauf und runter im Radio lief.

Und dann ist da der Refrain, der sich am Ende des Stückes immer wieder wiederholt:

Denkst du denn da genauso, in etwa so wie ich?
Geht’s dir da genauso? wie geht’s dir eigentlich?“

Und spätestens da hatten mich die Sportfreunde Stiller vollständig gepackt: Glauben, hoffen, vertrauen, Gutes tun – alles das geht nämlich nicht alleine. Du musst das gemeinsam tun. Geht es dir auch so wie mir? Was denkst du? Wie geht es dir?

Alles das, worauf es doch gerade in diesen Tagen ganz besonders drauf ankommt.

Das vierte kleine Licht.

Bleiben Sie gesund. Werden Sie gesund.

Und hören Sie heute doch mal Musik, die Sie richtig gerne mögen.

Ihr Pastor Jörg Prahler

 

Das “kleine Licht” erscheint jeden Abend hier und auf der Homepage der Kirchengemeinden Damnatz, Langendorf und Quickborn. Sie können diese Andacht, diesen Impuls oder Gedanken gut in ein Abendgebet einbauen. In Damnatz, Langendorf und Quickborn läuten dazu jeden Abend von 19.15 bis 19.20 Uhr die Glocken. Für das Abendgebet können Sie eine Kerze anzünden. Die Kerze können Sie danach um 19.30 Uhr auf ein Fensterbrett in Richtung Straße stellen. Das ist ein Zeichen der Hoffnung, dass sich zur Zeit ganz viele Menschen in Lüchow-Dannenberg gegenseitig geben.

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