Ein kleines Licht am 19. März

Im Tal mit Keule

Noch einmal Psalm 23:

Der HERR ist mein Hirte,
mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grünen Aue
und führet mich zum frischen Wasser.
Er erquicket meine Seele.
Er führet mich auf rechter Straße
um seines Namens willen.
Und ob ich schon wanderte im finstern Tal,
fürchte ich kein Unglück;
denn du bist bei mir,
dein Stecken und Stab trösten mich.
Du bereitest vor mir einen Tisch
im Angesicht meiner Feinde.
Du salbest mein Haupt mit Öl
und schenkest mir voll ein.
Gutes und Barmherzigkeit
werden mir folgen mein Leben lang,
und ich werde bleiben
im Hause des HERRN immerdar.

Wenn ich diesen Psalm höre, denke ich zuerst an ein Bild wie dieses:

Der Hirte aus Psalm 23 ist auch so ein Hirte. Grüne Aue, frische Wasser, immer auf dem richtigen Weg. Das passt ins Bild.

Aber dieser Hirte ist noch mehr: Das finstere Tal heißt wörtlich übersetzt eigentlich „Tal des Todesschatten“. Da ist es also nicht nur dunkel, sondern da fürchtest du zurecht um dein Leben. Da ist es wirklich gefährlich und da darfst und da solltest du Angst haben.

Dann trägt dieser Hirte Stecken und Stab. So einen Hirtenstab kenne ich. Damit führt er seine Herde. Er nutzt ihn auch als Wanderstab, um an unwegsamen Stellen nicht zu stürzen. Doch was ist dann eigentlich überhaupt ein Stecken? Dieser Stecken ist in Wahrheit eine mit Eisen beschlagene Keule. Es ist eine Waffe, mit der der Hirte seine Schafe verteidigt. Gegen wilde Tiere, gegen Räuber. Gegen alle, die seinen Tieren böses wollen.

Der Hirte aus dem 23. Psalm ist also kein verträumter Postkartenhirte, wie man ihn in der Lüneburger Heide an jedem Kiosk findet. Er ist ein mutiger und entschlossener Beschützer, der für seine Herde einsteht. Wenn es dicke kommt. Wenn wir Angst haben. Wenn meine und deine Kräfte längst nicht mehr reichen.

Gott passt auf uns auf, was immer auch passiert. Mit ihm traue ich mich jeden Weg entlang. Auch wenn manche Strecken und manche Tage düster, hart und gefährlich werden. Auch wenn ich nicht erkennen kann, was vor mir liegt. Mag ja sein, dass ich deshalb immer noch ein wenig Angst habe. Aber jetzt mit diesem Hirten an meiner Seite ist die Angst nicht mehr so schlimm.

Das zweite kleine Licht.

Bleiben Sie gesund. Werden Sie gesund.

Ihr Pastor Jörg Prahler

Foto: www.JenaFoto24.de / pixelio.de

Das “kleine Licht” erscheint jeden Abend hier und auf der Homepage der Kirchengemeinden Damnatz, Langendorf und Quickborn. Sie können diese Andacht, diesen Impuls oder Gedanken gut in ein Abendgebet einbauen. In Damnatz, Langendorf und Quickborn läuten dazu jeden Abend von 19.15 bis 19.20 Uhr die Glocken. Für das Abendgebet können Sie eine Kerze anzünden. Die Kerze können Sie danach um 19.30 Uhr auf ein Fensterbrett in Richtung Straße stellen. Das ist ein Zeichen der Hoffnung, dass sich zur Zeit ganz viele Menschen in Lüchow-Dannenberg gegenseitig geben.

“Meine Oma hat aber gar kein Internet”? Aber du! Es ist ausdrücklich erlaubt, diese Beiträge auszudrucken, zu verschicken, zu teilen oder zu verlinken. Gebt sie gerne an alle weiter, die sich darüber freuen und die sonst keine Zugang dazu haben oder sich darüber freuen würden.

Rückmeldungen, Fragen oder Anregungen gerne an joergprahler@gmx.de.

Dieser Beitrag wurde unter Corona, DaLaQui, Damnatz, Langendorf, Ohne Kategorie, Quickborn, Texte veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.