St. Marien Plate: Wiedereinweihung von Kirche und Orgel am Ostermontag

Orgel-Plate
Die St.-Marien-Kirchengemeinde Plate im Kirchenkreis Lüchow-Dannenberg feiert am Ostermontag, 21. April 2014 in einem Festgottesdienst um 10.30 Uhr die Wiedereinweihung von Kirche und Orgel nach umfangreichen mehrjährigen Bau- und Instandsetzungsmaßnahmen.

Die in Anfängen aus dem 13. Jahrhundert stammende dreischiffige Kirche mit bemerkenswert guter Akustik wurde in den zurückliegenden Jahren sowohl außen als auch innen mit großem Aufwand sorgfältig restauriert und instandgesetzt. Dabei ist u.a. nahezu das gesamte Außenmauerwerk erneuert worden.
Im Inneren birgt die Kirche neben historischem Altar, Kanzel und Epitaphien eine bemerkenswerte Orgel: die beiden Gehäuse der Orgel (8′-Hauptwerk und 4′-Rückpositiv) mit den vorne sichtbaren, z.T. bemalten Prospektpfeifen sind in weitem Umkreis die mit Abstand ältesten, über 400 Jahre alten Orgelteile.
Gehäusegestaltung und Pfeifenanordnung sprechen für eine Entstehungszeit Mitte des 16. Jahrhunderts. Der Baustilistik nach zu urteilen dürfte die Orgel in Teilen demnach noch älter sein als die Jahreszahl 1609, die am Rückpositiv steht.

Vor 30 Jahren wurde durch die Orgelbauwerkstatt Gebr. Hillebrand in dieses historisch besonders wertvolle und zwischenzeitlich prächtig restaurierte Gehäuse eine neue Orgel gesetzt, weil die Vorgängerorgel von 1900 irreparabel war. Stilistisch orientierte man sich 1980 an historischen Vorgaben und Bezügen; manches gelang überzeugend, anderes weniger. Als eine Reinigung der Orgel unumgänglich wurde, nahm der Kirchenvorstand die Gelegenheit wahr, sie im Sinne der historischen Teile durch die Erbauerfirma so überarbeiten und ergänzen zu lassen, dass die optische und klangliche Gestalt der Orgel wieder eine schlüssige und aufeinander bezogene Einheit ergibt. In dieser Art stellt die Orgel nun zusammen mit dem akustisch günstigen Kirchenraum eine bemerkenswerte Ergänzung der Orgellandschaft des Kirchenkreises Lüchow-Dannenberg dar – ein „Orgelschatz“ ist damit wiedererweckt worden !
Über zahlreiche private SpenderInnen hinaus haben u.a. die Ev.-luth. Landeskirche Hannovers, die Klosterkammer Hannover und die EKD-“Stiftung Orgelklang” die umfangreichen technischen und klanglichen Orgelarbeiten einschl. klangstilistischer Rekonstruktion gefördert.

Im Festgottesdienst spielen an der Orgel die Plater Kirchenmusikerin Marlies Kreinjobst und Kreiskantor Axel Fischer (Lüchow). Um 13.00 Uhr schließt sich eine Mittagsmusik als Orgeleinweihungskonzert an. Sie wird ausgeführt von den beiden Orgelsachverständigen Hans-Ulrich Funk (Herzberg/Harz) und Axel Fischer, die von der Landeskirche zur qualifizierten fachkundigen Begleitung der Orgelarbeiten und zur Beratung des Kirchenvorstandes berufen worden waren.
Das Programm des Konzertes wird in besonderer Weise die anderenorts kaum so schön zu erlebende Orgelmusik der Zeit vor Johann Sebastian Bach berücksichtigen aber auch ein neueres Werk vorstellen, das mit historischen Orgel-Klangqualitäten rechnet.

Wer noch mehr über diese Orgel und die ausgeführten Arbeiten erfahren möchte, kann danach an der um ca. 14 Uhr beginnenden „Orgelführung“ teilnehmen, die ebenfalls von den beiden Orgelsachverständigen geleitet wird. Dazu wird auch ein Blick an und in die Orgel möglich sein. Ein neues Orgelfaltblatt informiert in knapper Form über die Plater Orgelhistorie sowie über die neue erweiterte Orgeldisposition.

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