Wiedereinweihung der restaurierten Becker-Orgel (1877) in Lanze

Orgel-Lanze-IMG_4124_lowres

Die ev.-luth. Kirchengemeinde Lanze besitzt in ihrer Kirche eine im Jahre 1877 von Folkert Becker, Hannover, erbaute Orgel mit 16 Registern auf 2 Manualen und Pedal. Das seit Erbauung weitgehend unveränderte Instrument steht unter Denkmalschutz, ist komplett alt erhalten und war schon seit vielen Jahren unspielbar.

Am Sonnabend, den 14. Dezember 2013 um 16.00 Uhr  wird diese romantische Orgel hinter einem neogotischen Orgelgehäuse nach umfangreicher Restaurierung wieder eingeweiht. Nach einem etwa halbstündigen gottesdienstlichen Beginn schließt sich eine festliche Orgelmusik an, in der die wieder erstandenen klanglichen Möglichkeiten der Orgel mit Hilfe stilistisch passender Kompositionen demonstriert wird.
Im Rahmen eines kleinen Empfangs möchte die Ev.-luth. Kirchengemeinde Lanze ihre Freude über dieses festliche Ereignis mit den Besuchern teilen. Den Abschluss bildet dann eine Orgelführung, in der neben technischen Details auch klangliche Spezialitäten dieser Orgel hörbar gemacht werden.
Im Rahmen der Wiedereinweihung der Orgel werden mitwirken: die Lanzer Organistin Catharina Scheppmann, der Männerchor Concordia Lanze-Groß Breese, Pastor Thorsten Oppermann sowie Kreiskantor Axel Fischer, der als zuständiger Orgelsachverständiger die Arbeiten begleitet hat.

Die Werkstatt “Orgelbau in Ostfriesland” unter Leitung von Orgelbaumeister Martin ter Haseborg hat die Arbeiten an der Becker-Orgel in den vergangenen Monaten ausgeführt. Das Instrument bedurfte einer sorgfältigen Reinigung, umfassender technischer und klanglicher Instandsetzung und restaurativer bzw. rekonstruktiver Arbeiten, um es in stilistisch adäquater Weise spielbar zu machen und der Nachwelt dauerhaft zu erhalten. Nach der bereits vor längerer Zeit beendeten Sanierung der Kirche und des Kirchenraumes bestanden hierfür nun gute Voraussetzungen.

Folgende Arbeiten sind im Einzelnen ausgeführt worden:
– Generalreinigung des Instrumentes innen und außen mit Abtragen des Pfeifenwerkes und dessen     sorgfältiger zwischenzeitlicher Lagerung, Säubern und Broncieren der Putzen der Prospektpfeifen.
– Gründliche Reparatur der Spiel- und Registertraktur und Behebung aller Mängel in Machart des vorh. Instrumentes. Insbesondere Ventilbeläge sowie Tastenführungen und -polster in Manualen und Pedal, außerdem Pulpeten, wurden in ursprünglicher Weise erneuert;
– Reparatur der gerissenen Windladen,
– Instandsetzung des Holz- u. Metall-Pfeifenwerkes,
– Holzwurmbehandlung der Orgel,
– Aufstellung eines neuen Orgelmotors neben der Orgel zusammen mit einem Magazinbalg, um dem     Instrument stets gleich temperierte Luft zuzuführen;
– Sorgfältige Intonation des originalen Pfeifenwerkes unter Berücksichtigung noch vorhandener     Parameter des originalen romantischen Klangbildes.

Darüber hinaus ist auch das wertvolle Orgelgehäuse restauriert worden, wobei insbesondere auf die  Wiederherstellung der ursprünglichen, zwischenzeitlich stilfremd übermalten Fassung des Holzgehäuses großer Wert gelegt wurde. Diesbezüglich war auch das landeskirchliche Amt für Bau- u. Kunstpflege Lüneburg sowie die staatliche Denkmalpflege in die Entscheidungen einbezogen.

Nach Restaurierung der Becker-Orgel in Lanze ist die Orgellandschaft Lüchow-Dannenberg um einen weiteren romantischen „Orgelschatz“ reicher geworden. Für Gottesdienste, Konzerte und unterschiedliche Orgelveranstaltungen -auch für Orgelreisen u. -vorführungen im Verbund mit Orgeln in den Nachbargemeinden-  werden sich an diesem musikalischen Anziehungspunkt hörenswerte Voraussetzungen ergeben, die zahlreiche orgelinteressierte Personen auch nach Lanze führen werden.

Dieser Beitrag wurde unter Kirchenmusik, Orgel veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.