40 Jahre Kindertagesstätte Küsten

Heute kann es regnen, stürmen oder schneien … So beginnt ein ganz bekanntes Geburtstagslied, was wir zu jedem Geburtstag hier im Kindergarten Küsten singen. Und in diesem Jahr feiern wir als Kindertageseinrichtung auch Geburtstag, sogar einen ganz besonderen: Wir feiern 40 Jahre Kita Küsten. Und das ist uns Anlass genug, Sie alle zum Geburtstagsfest am 9. Juni von 14-17 Uhr hier auf dem Kirchhof in Küsten einzuladen, um mit uns zu feiern.

Hunderte von Kindern sind in diesen Jahren in den Kinderspielkreis bzw. seit anderthalb Jahren in den Kindergarten gegangen. Doch wissen Sie eigentlich, wie das Ganze angefangen hat?

Vor etwas mehr als 40 Jahren hatte seinerzeit Pastor Richard Rose die Idee in den Frauenkreis Küsten getragen, hier einen Spielkreis zu eröffnen, um die Kinder aus Küsten und den umliegenden Dörfern zu betreuen.

Spielkreisgruppe Küsten in den 70er-Jahren

Spielkreisgruppe Küsten in den 70er-Jahren

Die Damen des Frauenkreises waren gleich Feuer und Flamme für diese Idee und Traude Witte hatte auch gleich schon ein paar Damen im Kopf, die für die Betreuung bestens geeignet waren. Was anfangs nur als Erntebetreuung für den Sommer gedacht sein sollte, um die Bauersfamilien ein wenig zu entlasten, entwickelte sich schnell zu einer ganzjährigen Tätigkeit.

Die Frauen der ersten Stunde, Irma Roost aus Naulitz (leider schon verstorben) sowie Ingrid Busse und Elisabeth Kreisel aus Küsten, waren sofort begeistert von der Idee und ließen sich – auf eigene Kosten – zu Spielkreishelferinnen ausbilden.

Die ersten Schritte waren getan, doch wo sollte der Spielkreis seine Räumlichkeiten finden? Als in der unteren Etage des Gemeindehauses keine Mieter mehr untergebracht waren, wurde dies der Platz für viele Kinder. Doch ein kleines Problem gab es dennoch. Es gab zwar finanzielle Unterstützung für das Material, aber keine, die einen Umbau der Räume bezahlbar machen könnte.

Und so wurden wie danach noch etliche Male die Ärmel hochgekrempelt, Wände rausgestemmt, neue hochgezogen, tapeziert, gemalert, geputzt und eingerichtet. Alles ehrenamtlich und aus Spenden finanziert. „Die ersten Stühle und Tische stammten aus der Grundschule in Sallahn“, erinnert sich Elisabeth Kreisel. „Die haben wir dann geputzt und gestrichen und dann waren die wieder schön.“ Rein technisch war alles fertig – jetzt fehlten nur noch die Kinder.

Pastor Rose machte kräftig Werbung für den neuen Spielkreis und stieß nicht immer auf begeisterte Ohren. „Unsere Kinder sind schlau genug, die brauchen so was nicht.“ Solche und ähnliche Äußerungen gab es dann schon mal zu hören.

Doch es fanden sich Eltern, die ihre Kinder in den Spielkreis nach Küsten schickten. „Die weitesten Anreisen waren aus Thurau und Güstritz“, erinnert sich Elisabeth Kreisel. Und schon früher gab es Opas, die gleich ganze Wagenladungen voller Kinder in den Spielkreis brachten.

Wie aber sollte es finanziell geschafft werden? Immer wieder tauchte diese Frage auf. Denn für Material stand dem Kinderspielkreis ein jährliches Budget von 200 DM zur Verfügung. Kurzerhand wurden Sommerfeste arrangiert, um Geld für den Kinderspielkreis zu sammeln, neben vielen Verkäufen von Decken, Topflappen, Bastelarbeiten jeglicher Art, die der Frauenkreis bis heute in Eigenarbeit herstellt und feilbietet, gab es auf den berühmten Küstener Sommerfesten auch allerhand Kulinarisches zu erwerben, neben „quadratmeterweise Butterkuchen und Bienenstich“ gab es Würstchen, Waffeln, Eis und Getränke. Alles zu Gunsten der Kleinen in den Gemeinden.

Viele Leute unterstützten jahrelang die Arbeit des Frauenkreises und machten jedes Sommerfest, das stets ein Motto trug, zu etwas ganz Besonderem. Es wurde viel gekauft und gespendet. Das Highlight eines jeden Sommerfestes war allerdings die „Amerikanische Versteigerung“, die Traude Witte jedes Jahr moderierte. Viele Helfer sammelten die Münzen von den Leuten ein, die das begehrte Stück am Ende zu erwerben wollten. „Die Leute gaben aus vollen Taschen und der gute Zweck war schließlich jedem bekannt“, so Traude Witte und dennoch wurde bis zum Schluss um jede Mark für den Spielkreis geworben.

Kindergartengruppe Küsten

Pastor Werner Klipp setzte sich als nächstes für den Spielkreis ein und es gab zwischendurch ein paar „neue“ Möbel. Schränke wurden wieder einmal in Eigenleistung in Regale verwandelt und hier und da gab es Erneuerungen.

Die Sommerfeste waren schon fest für den Haushalt eingeplant und ohne die tatkräftige Hilfe von so vielen engagierten Küstenern und Freunden wäre die Zukunft des Kinderspielkreises sehr ungewiss gewesen. Dafür sei an dieser Stelle einmal DANKE gesagt.

„Es war nicht immer leicht“, sagte Elisabeth Kreisel. „Und reich wurden wir auch nicht. Wir haben nur drei Wochen gearbeitet und immer durchgetauscht.“

Ich möchte gerne noch ein paar Dinge erwähnen die absolut erwähnenswert sind. Seit 1972 haben Irma Roost, Ingrid Busse, Elisabeth Kreisel, Ute Tiede, Renate Hagen, Ute Rose, Sigrid Friedrich, Christa Kelm, Ilona Hahn, Inge Nehring, Conny Heuer, Ingrid Kräft hier im Spielkreis die Ausbildung zur Spielkreishelferin angefangen und die ersten drei Damen auch beendet. Diese Damen haben von der ersten Stunde die Kinder aus Küsten und Umgebung betreut. Später kam noch Petra Strauch (früher Herrmann) dazu, Beate Geldermann und Gabriele Zastrow.

Heute arbeiten im Kindergarten Sabine Becker und Dorothea Vesely, somit also eine Menge Damen, die sich der Kinder und ihren Eltern täglich angenommen haben und diese ein Stück auf ihrem Lebensweg begleiteten und begleiten.

Dorothea Vesely, mit Hilfe von den Damen der ersten Stunde – dem Frauenkreis Küsten – und ganz besonders Traude Witte, die immer für uns da war und ist.