Kirchenkreisvorstand

Der Kirchenkreisvorstand (KKV) ist das geschäftsführende Gremium des Kirchenkreises. Die Sitzungen werden in der Regel vom Superintendenten geleitet, der qua Amt Mitglied und Vorsitzender des KKV ist. Die übrigen Mitglieder werden vom Kirchenkreistag (KKT) für die Dauer einer Wahlperiode (6 Jahre) gewählt.

Außerdem nehmen ein Mitglied der Mitarbeitervertretung, der Vorsitzende oder der stellvertretende Vorsitzende des KKT und die Synodalen aus dem Kirchenkreis Lüchow-Dannenberg sowie der Leiter des Kirchenkreisamtes (KKA) beratend an den Sitzungen des KKV teil.

Zur Zeit hat der Kirchenkreisvorstand folgende Mitglieder:

  • Superintendent Propst Wichert-von Holten (Vorsitzender)
  • Frau Ute Weber (stellvertretende Vorsitzende)
  • Klaus Adam
  • Anna Gräfin von Bernstorff
  • Frau Christa Dierks
  • Pastor Michael Gierow
  • Herr Willi Kattau
  • Pastor Klaus-Markus Kühnel
  • Pastor  Andreas Wehen
  • Frau Hedi Wulkop

Mit beratender Stimme nehmen teil:

  • Martina Meyer (Vorsitzende des KKT)
  • Peter Wiepcke (stv. Vorsitzender des KKT)
  • Birgit Thiemann (Synodale)
  • Theda Kruse (Gleichstellungsbeauftragte)
  • Henning Schulze-Drude (Mitarbeitervertretung)
  • Harald Peters (Leiter des KKA)

 

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Anna von Bernstorff

Interview mit Anna Gräfin von Bernstorff über ihre Arbeit im Kirchenkreisvorstand

Evanglisch im Wendland: Frau von Bernstorff, können Sie erklären, was die Aufgaben des Kirchenkreisvorstands sind und wie er sich konstituiert?

von Bernstorff: Der Kirchenkreisvorstand übernimmt in Zusammenarbeit mit dem Superintendenten Verwaltungsaufgaben, entscheidet über die Vergabe von Mitteln, moderiert Prozesse wie die Zusammenlegung von Kirchengemeinden und trifft Personalentscheidungen. Alle vier bis sechs Wochen trifft sich der Kirchenkreisvorstand. Gewählt wird er vom Kirchenkreistag.

Evanglisch im Wendland: Wann haben Sie begonnen, kirchliche Ehrenämter zu übernehmen?

von Bernstorff: Das begann bereits 1976, kurz nachdem ich nach Gartow kam. Ich ging als Patronatsbeauftragte in den Gartower Kirchenvorstand, später dann wurde ich in den Kirchenkreistag gewählt. Insgesamt habe ich in meiner Zeit als Ehrenamtliche drei Superintendenten erlebt.

Evanglisch im Wendland: Warum arbeiten Sie so engagiert in kirchlichen Gremien?

von Bernstorff: Mir sind der Glaube und die Vermittlung von christlichen Werten sehr wichtig. Auch die Begleitung von Kindern und Jugendlichen auf ihrem Weg liegt mir sehr am Herzen,weshalb ich auch lange den Kindergottesdienst mitgestaltet habe Während meiner Zeit in der EKD-Synode war ich für Umweltschutz zuständig. Hier war es mir besonders wichtig, die Gorleben-Problematik über die Grenzen des Landkreises hinaus in die Welt zu tragen.

Evanglisch im Wendland: Können Sie sich an Sternstunden oder besonders schwierige Momente erinnern?

von Bernstorff:Die Sparzwänge der heutigen Zeit, die Einspar-Ziele, die uns von der Landeskirche auferlegt werden, stellen den Kirchenkreisvorstand immer wieder vor Probleme. Stets heißt es dann: Wie können wir mit weniger Ressourcen und weniger Personal die Aufgaben der Kirche – die Verbreitung des Evangeliums, die Seelsorge, die Altenbetreuung, die Begleitung von Kindern und Jugendlichen – weiterhin gut bewältigen? Diese schwierigen Situationen bergen jedoch stets auch eine Chance: Sie zwingen uns, uns die Frage zu stellen: Was brauchen wir wirklich?was ist das Wichtigste,um das Vorbild Jesu in die Welt tragen zu können? Ein gutes Beispiel ist die Zusammenlegung der Gartower Pfarrstelle mit den umliegenden Gemeinden. Unser Pastor, der mit einer vollen Stelle für Gartow zuständig gewesen war, musste sich nun aufteilen: Eine Hälfte für Gartow, die andere Hälfte für die umliegenden Gemeinden. Diese Entwicklung löste natürlich erst einmal große Ängste aus: Pfarrhäuser in den Gemeinden stehen leer, in den Dörfern gibt es nicht mehr jeden Sonntag einen Gottesdienst. Da kann ganz schnell ein Gefühl der Depression entstehen, dem mussten wir entgegenwirken. Auf einer Klausurtagung lernten wir uns alle kennen und entdeckten,daß wir gemeinsam viel Gutes auf den Weg bringen können, und das war toll! Ohne die neuen Sparzwänge wäre das so nicht geschehen. Wir waren gezwungen, herauszufinden, wer wir sind und was wir zusammen erreichen wollen. Herausgekommen ist dabei zum Beispiel die Winterreise. Von Weihnachten bis ins Frühjahr hinein besuchen die Gemeinden sich zu den Gottesdiensten – die Kirchen sind inzwischen an den Winterreise-Sonntagen gut besucht. Wir haben einen Shuttledienst für Menschen ohne Fahrgelegenheit eingerichtet, es gibt im Anschluss ein Kirchencafé. Die schmerzlichen Einschnitte bleiben, das ist klar. Wir müssen aber auch die Chancen wahrnehmen, die diese Einschnitte bieten.

Evanglisch im Wendland: Wie leben Sie Ihren Glauben im Alltäglichen?

von Bernstorff: Vor allem im Gespräch mit meinem Mann und den Kindern.Und im täglichen Gebet,z.B. vor den gemeinsamen Mahlzeiten. Allerdings muss ich auch akzeptieren, dass die Kinder,wenn sie zum Wochenende nach Hause kommen, mal nicht mit zum Gottesdienst gehen (lacht).

Evanglisch im Wendland: Haben Sie einen Wunsch für Ihre Arbeit im Kirchenkreisvorstand?

von Bernstorff: Oh ja! Ich wünsche mir eine Auszeit für den ganzen Kirchenkreisvorstand: Mal ohne Tagesordnung und schwierige Entscheidungen zusammen sein und einfach reden. Ein Bierchen zusammen trinken, eine Andacht vorbereiten. Schon oft habe ich auf Tagungen erlebt, dass in den Pausen beim Kaffee die besten Gespräche geführt werden.

Und ich wünsche mir, dass der Glaube und die Kirche präsent in den Herzen der Menschen bleiben. Das christliche Menschenbild ist ein sehr starkes,es schenkt uns Trost und Halt in schwierigen Zeiten,Ermutigung und Hoffnung für unser Leben und die Gewißheit,von Gott geliebte Menschen zu sein.– Wir sollten es mit ihm im Herzen schaffen, uns auch um die Menschen am Rande der Gesellschaft zu kümmern.