Baurschmidt – ein Luther aus Lüchow

Baurschmidt – ein „Luther aus Lüchow“

Im Jahre 1862 verfügte  König Georg der V. den bis dahin gültigen Lutherischen Landeskatechismus  durch eine ältere Form zu ersetzen, der nach Ansicht vieler einen Rückfall ins „ finsterste Mittelalter „ bedeutete. Überall im Königreich regte sich mehr oder weniger offen Protest gegen diese Verfügung .

Ein bis dato unbekannter Pastor, der Archidiakon C.W.G. Baurschmidt aus Lüchow, veröffentlichte daraufhin eine Streitschrift „Prüfet Alles“  , in der er schwerste Vorwürfe gegen das Konsistorium erhob. Diese Streitschrift fand eine landesweite Beachtung und den Thesen Baurschmidt’s schloß man sich im ganzen Königreich an.

Das Konsistorium geriet durch die sich  ausweitenden Proteste immer mehr  unter Druck. Selbst die vom Lüchower Propst Seebold versuchte Diskreditierung Baurschmidts konnte diese Bewegung nicht eindämmen.

Die Vorladung zur Vernehmung vor das Königliche Konsistorium geriet für den Lüchower Landpfarrer zum Triumphzug. Tausende säumten die Strassen in Hannover  und jubelten ihm zu.  Selbst durch Androhung schärfster disziplinarer Maßnahmen ließ Baurschmidt sich nicht einschüchtern und verteidigte seine Thesen vor dem Konsistorium.

Als das bekannt wurde, kam es in Hannover zu schweren Tumulten , sodass Polizei und Militär eingesetzt werden mußte.

König Georg V. war davon beeindruckt und ließ bereits wenige Tage nach diesen Vorfällen gegen den Rat des Konsistoriums den vorherigen Lutherischen Landeskatechismus wieder in Kraft setzen; Baurschmidt hatte sich mit festem Glauben und Standhaftigkeit durchgesetzt.

Damit diese wenig bekannte Geschichte nicht in Vergessenheit gerät , soll nun ein Theaterstück daran erinnern. Als Initiator fand Alexander Haase-Mühlner  schnell in Dr Stefan Kubisch einen Dramaturgen, der das Theaterstück dazu schrieb. Es wird ein geschichtliches Stück, dessen Bezug zur wendländischen Gegenwart und seinem Widerstandsgeist jeder selbst herstellen kann.

Organisiert und in Szene gesetzt als Regisseur wird das Ganze von A. Haase-Mühlner, der ein rund 40 – köpfiges  Laienspielerteam für das Stück gewinnen konnte.

Unterstützt wird er dabei von Michael Kittler, der für die gesamte Organisation, Technik u. Aufbau verantwortlich  zeichnet.

Umfangreiche Proben laufen bereits.

Volker Lieske