Angedacht

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Worte zur Besinnung – Trinitatis 2017 (11.06.2017)
Diakon Andreas Tuttas, Quickborn

Gott sein lassen!

Trinitatis. Eine Woche nach Pfingsten, dem Fest des Heiligen Geistes und dem Geburtstag der Kirche, feiert die Christenheit die Trinität Gottes.

Für manche Zeitgenossen unserer aufgeklärten Welt ist schon eine Vorstellung von Gott an sich suspekt. Dass der christliche Gott dann auch noch aus drei Personen besteht und trotzdem ein einziger Gott sein soll, ist dann erst recht nicht denkbar.

So haben die einen Probleme grundsätzlicher Art mit Gott, andere wiederum mit der Art, wie Gott sein soll. Die Kritik lautet dann, er sei zu männlich, zu menschlich, zu untätig, zu gewalttätig, zu blutbrünstig, zu ohnmächtig, und viele weitere Kritikpunkte ließen sich aufzählen. Weil aber viele Menschen trotzdem nicht ohne Gott auskommen, schaffen sie sich ihren eigenen Gott. Nach ihrem Bilde schaffen sie ihn. Komisch, am sechsten Schöpfungstag war es genau andersherum.

Ich finde die Vorstellung geradezu lächerlich, dass der Mensch sich wie ein Gutachter über Gott hermacht und ihm vorschreiben will, wie er zu sein und was er zu können hat, beziehungsweise, wie er nicht zu sein hat und was er nicht tun darf. Damit definiert er Gott nach den Grenzen seines Verstandes und schafft sich seinen Götzen. Deshalb finde ich es unsinnig, alles glattzubügeln oder auszumergeln, was mir an Gott nicht passt, nur damit wir uns nicht an ihm stören.

Meine Vorstellung von Gott ist, dass er mehr kann als ich und dass selbst der klügste Verstand der Welt ihn nicht fassen kann. Wenn Gott nicht mehr kann als ich, dann kann ich auch die Bäume anbeten. Die schenken mir wenigstens den Sauerstoff zum Leben. Aber die sind mir kein Trost im Leben und im Sterben.

Es ist gut, wenn wir Gott den Gott sein lassen, wie er sich uns durch die Menschen der Heiligen Schrift offenbart hat. Dann werden wir auch erleben, dass seine Namen auch sein Programm ist. Jahwe und Immanuel heißen: Gott mit uns! Dass Gott mit uns ist, kann unser Verstand vielleicht schon leichter fassen.

 

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