Ein Bethaus für alle Völker

Lasen Bibeltexte: Tamara Schulz (v.l.), Theda Harms und Tanita Schulz mit Pastor Jörg Prahler und Landesbischof Ralf Meister (r.). Foto: Daniela Muchow, EJZ

Kirche in Damnatz feiert 400jähriges Jubiläum

Froh sei er, dass der Landesbischof Ralf Meister am Sonntag in die kleine Kirche gekommen ist, sagt Pastor Prahler. In seiner Predigt schlug der Bischof den Bogen von der Freizügigkeit, die für Handwerker und Reisende im Europa des 17. Jahrhunderts geherrscht hat über die vielen Ereignisse, deren Zeuge das Kirchlein gewesen ist: 30jähriger Krieg, zwei Weltkriege, die Teilung Deutschlands. Nun wieder in der Mitte der Bundesrepublik verortet, feiert sie ihr Jubiläum in einer lebendigen Gemeinde, die auch das Programm mit  großer Freude mitgestaltete: Gerhard Basedow erstellte die 140 Seiten umfassende Festschrift, in der auch Zeitzeugen zu Wort kommen.
Tamara Schulz gestaltete mit den Konfirmandinnen Theda und Tanita die Lesungen, deren Bibelzitate den Altarbildern der Kirche entnommen war und das Fürbittengebet.

„Ich will ein Bethaus sein für alle Völker“, steht auf einer Inschrift am Eingang der Kirche. Ein sehr aktueller Wunsch, findet Pastor Jörg Prahler in Zeiten von Überfremdungsangst und Abschottungssehnsüchten.

Die Kirchenmusik mit Svetlana Bresitzki an der Orgel, Johannes Ammon mit der Violine und Elisabeth Freymüller am Cembalo, aber auch dem Posaunenchor unter der Leitung von Eberhard Simon und der Flötengruppe unter der Leitung von Baldrun Deckert war stimmungsvoll und brachte die Freude und Dankbarkeit der Gemeinde zum Ausdruck: „Wir leben in einer gesegneten Zeit“ hatte Gerhard Basedow in einem Interview gesagt und dabei an Kriege und Nöte erinnert, die ein Feiern von großen Jubiläen zuvor unmöglich gemacht hatten. 1817 die Folgen der französischen Besatzung, 1917 der Erste Weltkrieg. Und nun das 400jährige Jubiläum in Friedenszeiten. „Großer Gott, wir loben Dich“ war dann auch eines der gesungenen Lieder.

Verfasste die Festschrift: Gerhard Basedow mit Zeitzeugin Gertrud Badenhop. Foto: Daniela Muchow, EJZ

Bereits am Freitag, dem eigentlichen Jubiläumstag, wurde eine Ausstellung eröffnet, die auf historischen Bildern den Wandel der Kirche im Laufe der Zeiten darstellt. Dazu wurden von Boyung Rieken, der seit Jahren seinen Urlaub an der Elbe verbringt gemeinsam mit Joachim Dahmen aus Damnatz Informationstafeln enthüllt, die die wichtigsten Daten zur Kirche zusammenfassen.

Das Jubiläumsjahr in Damnatz hat mit Sternstunden, Ausstellungseröffnung und Festgottesdienst einen schönen und stimmungsvollen Anfang gefunden. Weiter geht es mit einer Fülle von Veranstaltungen

Mittwoch, 22. März, 19 Uhr: Mitsingabend – Jüngere Lieder
Diakon Michael Ketzenberg und Band stellen das neue Liederbuch des Kirchenkreises vor. Offenes Singen für junge und ältere Leute mit Spaß an moderner Musik für den Gottesdienst oder das Lagerfeuer.
Der Eintritt ist frei.

Samstag, 8. April, 17 Uhr: Bürgerpredigten – Damnatzer erzählen ihre Geschichte mit Gott
„Wo ist mir Gott begegnet?“ oder „Was ist meine Geschichte mit der Damnatzer Kirche?“ Damnatzerinnen und Damnatzer erzählen ihre Glaubensgeschichten. Dazu singt der Gospelchor. In der Pause wird eine Statue enthüllt die der Künstler Klaus Müller-Klug für die Damnatzer Kirche geschaffen hat.
Eintritt frei, eine Kollekte wird erbeten.

Sonntag, 30. April, 10:30 Uhr: Sonntagsmaler
Gottesdienst mit Propst Wichert-von Holten. Der Propst predigt und dabei entsteht ein Bild. Danach Kirchenkaffee.

Freitag, 19. Mai, 19:30 Uhr: Marie-Luise Scherer liest
Die Damnatzer Schriftstellerin Marie-Luise Scherer liest aus ihren Werken.
Der Eintritt ist frei. Spende wird erbeten.

Samstag, 3. Juni, 17 Uhr: Gottesdienst anders
zum Thema „Mein Gott, das muss anders werden“ mit Diakon Andreas Tuttas und der Kirchenband X-Pack. Danach wird gegrillt.

Veranstaltungen in der Damnatzer Kirche

 

Dieser Beitrag wurde unter Aus den Gemeinden veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.